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Case Study

Daten-Forensik im Automobilsektor: Wie unsichtbare Blockaden ein kritisches Feature gefährdeten

Executive Summary

Ein festgefahrenes Automobil-Projekt, verpasste Deadlines und unzufriedene Kunden. Durch die Einführung gezielter Projektmetriken wurde nicht nur ein Prozessstau identifiziert, sondern ein tiefgreifender kultureller Konflikt zwischen Abteilungen gelöst. Das Ergebnis: Das kritische Feature wurde fristgerecht geliefert.

Die Ausgangslage (Stillstand trotz klarer Prozesse)

Ich wurde zu einem laufenden Projekt in der Automobilindustrie hinzugezogen, das sich in einer kritischen Schieflage befand. Die Situation war klassisch und frustrierend: Die Pakete wurden nicht fertig, Meilensteine gerissen und der Kunde war zunehmend unzufrieden. Auf dem Papier waren die Prozesse (Wasserfall, Standards) klar definiert – dennoch bewegte sich das Projekt nicht vorwärts. Es herrschte Ratlosigkeit, warum trotz Einhaltung der Standards kein Output kam.

Der Ansatz (Vertrauen ist gut, Messen ist besser)

Anstatt blind in Aktionismus zu verfallen, entschied ich mich für einen analytischen Ansatz. Um zu verstehen, wo es wirklich hakt, führte ich spezifische Projektmetriken ein. Ich beobachtete den Workflow über zwei Wochen hinweg datengestützt: Welche Tickets bewegen sich? Welche bleiben liegen? Wie sind die Durchlaufzeiten an den einzelnen Stationen?

Die Entdeckung (Das schwarze Loch im Workflow)

Die Daten lieferten den entscheidenden Hinweis, den das bloße Auge übersehen hatte. Die Metriken zeigten eine Anomalie: Spezifische Tickets lagen seit drei Wochen bei der Systemarchitektur, ohne dass ein Handschlag getan wurde. Mit diesen Daten ging ich auf Ursachenforschung. Im Gespräch mit dem Systemarchitekten und der Requirements-Abteilung kam die wahre Blockade ans Licht: Es war kein technisches Problem, sondern ein menschliches. Die deutsche Systemarchitektur und die Nearshore-Requirements-Abteilung hatten sich aufgrund kultureller und kommunikativer Missverständnisse so sehr zerstritten, dass die Zusammenarbeit faktisch eingestellt worden war. Der Architekt ließ Tickets der anderen Abteilung aus Trotz einfach liegen.

Die Lösung (Shuttle-Diplomatie)

Das Problem war nun isoliert. Ich führte an einem Tag vier intensive Einzelgespräche, wechselte immer wieder zwischen den Lagern ("Shuttle-Diplomatie"). Meine Aufgabe war es, die fachlichen Informationen sprachlich so zu filtern, dass die emotionale "Giftigkeit" entwich. Ich übersetzte die Bedürfnisse der einen Seite so, dass die andere sie ohne Gesichtsverlust akzeptieren konnte.

Das Ergebnis (Feature gerettet)

Durch diese Mediation wurde die Blockade gelöst. Die Arbeit an den liegengebliebenen Paketen wurde sofort wieder aufgenommen. Das Feature, dessen Scheitern das gesamte Projekt gefährdet hätte, schaffte es noch "in Time" in den Release. Ohne den initialen Blick auf die nüchternen Daten der Metriken wäre dieser emotionale Konflikt im Verborgenen geblieben – und das Projekt womöglich gescheitert.

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