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Case Study

"Human Firewall" und Prozess-Automatisierung: Die Sanierung eines strategischen Großprojekts

Executive Summary

Ein strategisch kritisches Projekt stand kurz vor dem Kollaps: Verschließene Projektleiter, "Feuerwehr-Mentalität" und ein unzufriedener Endkunde. Durch das Einziehen einer strikten Kommunikations-Firewall, klare Rollenverteilung und die Automatisierung der fehleranfälligen Dokumentation wurde der Auslieferungsprozess von "unbrauchbar" auf "Zero Defects" gedreht – rechtzeitig vor dem kritischen ASPICE-Audit.

Die Ausgangslage: Ein Projekt frisst seine Leiter

Ich übernahm ein Projekt, das intern bereits als "Himmelfahrtskommando" galt. Es war von strategischer Bedeutung, hatte aber bereits mehrere Projektleiter verschlissen – durch Kündigung oder interne Versetzung zum Selbstschutz. Die Situation war toxisch: Der Endkunde (der Kunde meines Kunden) war extrem unzufrieden, Termine wurden gerissen und die Dokumentation war mangelhaft. Das an sich kompetente Team befand sich in einem reinen Reaktions-Modus ("Feuerlöschen"). Niemand wusste mehr, wer was tat, und über allem schwebte wie ein Damoklesschwert ein angekündigtes ASPICE-Audit.

Der Ansatz: Beobachten und Abschirmen

Anstatt sofort blind Anweisungen zu geben, trat ich einen Schritt zurück. Ich ließ das Projekt bewusst einige Tage "weiterbrennen", um präzise zu analysieren, wo die wahren Brandherde lagen. Die Erkenntnis: Der externe Druck zersetzte das interne Team. Meine erste Maßnahme war radikal: Ich stellte mich als "Human Firewall" zwischen das Team und den Kunden. Ich unterband sämtliche Nebenabsprachen und etablierte mich als Single Point of Contact. Der massive Kundendruck prallte nun an mir ab, während das Team im Windschatten endlich wieder atmen konnte.

Die Strukturierung: Schluss mit "Jeder macht alles"

Intern beendete ich das Kompetenz-Wirrwarr. Ich rief die Unterstützungskräfte zusammen und handelte glasklare Zuständigkeiten und Schnittstellen aus. Das "Ins-Gehege-Kommen" hörte auf, die Energie floss wieder in die Arbeit statt in Reibungsverluste.

Die Qualitätsoffensive: Automatisierung statt Papierkrieg

Das größte operative Problem waren die ständigen Beanstandungen der Auslieferungen (Deployments) und der Dokumentation. Wir konnten es uns nicht leisten, hier manuell nachzubessern. Ich priorisierte die Features neu und handelte diese mit dem Kunden aus. Parallel dazu ging ich das Dokumentations-Problem technisch an: Wir setzten die Anforderungen nicht mehr manuell um, sondern standardisierten sie und automatisierten die Dokumentationserstellung direkt im Deployment-Prozess.

Das Ergebnis: Zero Defects

Die Wirkung war durchschlagend. Die automatisierten Prozesse eliminierten Flüchtigkeitsfehler. Die Rückfragen und Beanstandungen bei Auslieferungen gingen sukzessiv auf Null zurück. Das Team konnte sich dank der Abschirmung und der klaren Strukturen auf das Wesentliche konzentrieren. Das Projekt, das zuvor Manager "verbrannt" hatte, lieferte nun verlässlich und hielt dem Druck des ASPICE-Audits stand.

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